Verlag Rudolf Stade Holtenauer
Str. 67
24105 Kiel
Deutschland
Tel. 0431-56 64 96
Fax 0431-56 64 61 |
 |
| |
|
| |
Ausgabe Nr.207 Flugschiff DO-X
|
 |

Viele Namen von Pionieren, Technikern, Ingenieuren, Erfindern oder einfach nur Genies säumen den Weg der Entwicklung der internationalen Luftfahrtgeschichte, doch nur wenige davon werden auch gleichzeitig mit der Seefahrt in Verbindung gebracht. Der sicherlich herausragendste, der das Synonym schlechthin für die Konstruktion von Wasserflugzeugen war, dürfte wohl Claude Dornier sein. Seine Wasserflugzeuge, wie etwa die DO-„Wal“, „Superwal“ und auf jeden Fall DO-X sind unvergesslich.
In den 1920er Jahren begannen einige dieser Konstrukteure ihre Vision, Großflugmaschinen zu entwickeln, die langstreckentauglich waren, viele Passagiere oder Tonnen von Fracht mit sich führen könnten, in die Tat umzusetzen. Natürlich spielten, wie damals üblich, militärisch-strategische Überlegungen eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Sicherlich gab es schon die Luftschiffe des Grafen Zeppelin, doch diese waren langsam, träge, schwer zu manövrieren, allzu verletzlich, wie der Erste Weltkrieg gezeigt hatte und erforderten große Landeplätze, hohen Personalaufwand und waren vom Raum-Nutzungsverhältnis zu uneffektiv. Man muss sich vor Augen halten, dass die damals größten wirtschaftlichen Flugzeuge bestenfalls eine Spannweite von 15 - 25 m hatten und höchstens 20 Passagiere befördern konnten und an regelmäßige Atlantiküberquerungen war noch garnicht zu denken. Zumeist waren diese Flugmaschinen immernoch abenteuerliche Konstrukte aus Holzspanten, Spanndrähten und Stoffbespannungen.
Zwei dieser Pioniere der Fluggeschichte machten sich in Deutschland daran, ihre Pläne zu verwirklichen: Hugo Junkers setzte auf Start- und Landebahnen. Dornier jedoch ging von der Überlegung aus, dass die meisten Metropolen an Flussläufen, -mündungen oder Küsten lagen. Für ihn kam also nur ein Wasserflugzeug in Frage, da ja die erforderliche „Infrastruktur“ bereits vorhanden war. Zu dieser (Nachkriegs-)Zeit stand Deutschland noch unter den Restriktionen der Besatzungsmächte – der Bau größerer Flugzeuge, die etwa noch hätten militärisch genutzt werden können, war verboten und das wurde auch peinlichst genau überwacht. Junkers wich nach Russland aus und kam dort schnell voran – Dornier, dem der Graf Zeppelin schon früh den Auftrag erteilt hatte, ein Großflugzeug zu entwickeln, da er den Niedergang der Luftschiffahrt wohlweislich vorausgesehen hatte, hingegen konstruierte im Geheimen am Bodensee auf dem Zeppelin-Gelände – unbemerkt von den Bewachern
Fenster schliessen |
|