Verlag Rudolf Stade Holtenauer
Str. 67
24105 Kiel
Deutschland
Tel. 0431-56 64 96
Fax 0431-56 64 61 |
 |
| |
|
| |
Ausgabe Nr.206 S.M. Schlachtschiff „Bayern“
|
 |

Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges strebten die führende Seemächte nach einer Verstärkung der Kampfkraft ihrer Großkampfschiffe. Großbritannien und Deutschland gaben beide – ohne jeweils von den Bemühungen des anderen zu wissen – Schlachtschiffe mit 38 cm-Artilleriegeschützen in Bau.
Während die britischen Schlachtschiffe – fünf der „Queen Elizabeth“-Klasse und fünf der „Revenge“-Klasse alle während des Ersten Weltkrieges in Fahrt kamen, musste Deutschland in diesem Krieg rüstungsmäßig andere Schwerpunkte setzen und konnte nur zwei der vier in Bau gegebenen Schlachtschiffe vollenden.
Vielleicht wäre es möglich gewesen, das eine oder andere Großkampfschiff noch fertig zu bauen, wenn man nicht mit dem Bau zahllose weiterer neuer Großkampfschiffe begonnen hätte und sich so stattdessen auf die schon im Bau befindlichen Schiffe konzentriert hätte. 1916 kamen S.M.S. Bayern und S.M.S. Baden in Fahrt. S.M.S. Sachsen lief noch 1916 vom Stapel, S.M.S. Württemberg folgte erst 1917. Gleichzeitig wurden nicht weniger als sieben Schlachtkreuzer in Bau gegeben, von denen zwei 1917 vom Stapel liefen aber keiner vollendet wurde. Es lag auf der Hand, dass bei dieser Verzettelung der geringen Ressourcen nichts fertiggestellt werden konnte.
Bei einer vorausschauenderen Baupolitik wäre es sicherlich möglich gewesen das Schlachtschiff S.M.S. Sachsen und den Schlachtkreuzer S.M.S. Mackensen noch zu vollenden. Am Ausgang des Krieges zur See hätte das vermutlich auch nichts geändert, denn die seestrategische Lage Deutschlands hätte eine Flotte gefordert, die der Royal Navy überlegen gewesen wäre. Daran war aber 1914 nicht zu denken.
Im Zweiten Weltkrieg waren folgerichtig die Baubemühungen aller wenig vorangekommenen schweren Schiffe eingestellt worden. An der Niederlage war auch diesmal nicht zu rütteln. Die Politik hätte stattdessen dafür sorgen müssen, Großbritanniens Gegnerschaft in jedem Fall zu vermeiden.
Fenster schliessen |
|