Ausgabe Nr.202 „Kiautschou“

Dieses Heft ist eine ganz besondere Ausgabe in der SMS-Reihe. Im Gegensatz zum sonst üblichen Schiffsschicksal stehen diesmal der Mensch und die Entwicklung des deutschen Marinestützpunkts Kiautschou an der Küste Chinas im Vordergrund. Zum Einen folgen wir dazu dem sehr persönlichen Bericht der Eindrücke eines Seeoffiziers über China, zum Anderen wird das Schutzgebiet Kiautschou im ostasiatischen Interessengefüge behandelt.

Im 19. Jahrhundert erstrebten zahlreiche Mächte den Erwerb von Kolonien. Die Sicherung dieser Erwerbungen konnte nur durch eine starke Marine erfolgen, die weltweit Seestützpunkte benötigte. Einen solchen hatte das deutsche Kaiserreich 1897 mit Kiautschou besetzt. Es war als einziges Schutzgebiet unter Verwaltung des Reichsmarineamtes gestellt worden, was bereits rein verwaltungstechnisch seine zentrale Bedeutung innerhalb der deutschen Kolonialgebiete als Stützpunkt für das Ostasiengeschwader deutlich macht. Die dort fern der Heimat eingesetzten Truppen trafen auf eine fremde Umgebung mit Menschen eines ganz andersartigen Kulturkreises.

Einer der Seeoffiziere, OLt z.S. Kurt von Grumbkow, beschrieb subjektiv die Eindrücke, die er um 1900 von Land und Leuten auf der Schantung-Halbinsel gewann, und hinterließ zudem noch andere Aufzeichnungen sowie Fotoalben.
Aus diesen vom Zeitkolorit gefärbten Ansichten erhalten wir natürlich kein Bild des heutigen China, jedoch einen Blick in die Verhältnisse, aus denen es entstanden ist.

Wir verdanken Frau Marianne von Knobelsdorff-Brenkenhoff, einer seiner Enkelinnen, sowie Herrn Dipl.-Ing. Thomas Schlager, dass diese Archivalien nicht unbemerkt im Familienbesitz verstauben, sondern hier erstmals publiziert werden können. Die Unterlagen haben 110 Jahre „überlebt“: Den Transport von Tsingtau nach Wilhelmshaven, beide Weltkriege sowie zahlreiche Umzüge.





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