Von Verwandten in USA und anderswo in Übersee weiß man hierzulande in vielen
unserer Groß- oder Kleinfamilien zu berichten. Im zentralen Abschnitt dieses
Heftes steht das Ausreise-Tagebuch des Lehrers Johann Friedrich Christian
Schmidt aus Revensdorf bei Gettorf (Schleswig-Holstein), ein Zeitdokument,
welches jetzt mehr als 160 Jahre alt ist. Sein späterer Kollege im Fach, der
pensionierte Lehrer Heinrich Petersen aus Gettorf, hat es bereits einmal im
regionalen Bereich des ehemaligen Landkreises Eckernförde veröffentlicht, er hat dieses und seinen Kommentar dazu jetzt für die SMS-Reihe mit ihrem weiten Leserkreis zur Verfügung gestellt dafür sagen wir ihm unseren Dank.
Das Tagebuch berichtet ganz nüchtern von der Ausreise einer Lehrerfamilie auf einem Segelschiff, ohne dramatische Ereignisse , die ihre Existenz in der Neuen Welt findet. Bald nach Lehrer Schmidts Ausreise erfolgte, zuerst verursacht durch politische Gegebenheiten, eine erhebliche Bevölkerungsabwanderung aus seiner Heimat Schleswig-Holstein. Dieses heutige Bundesland stand in den ersten Jahren nach 1850 an der Spitze der Auswanderungsbewegung Deutschlands. Dieter Bechtold berichtet dazu in einem III. Abschnitt des Heftes. Beide Autoren haben sich aus verschiedenen Blickwinkeln bemüht, Aufschlüsse über die vielfältigen Gründe für einen Auswanderungsbeschluss zu finden. Petersen in der individuellen Betrachtung einer Lehrerfamilie, Bechtold in einer historischen Übersicht mit den Kurzbiografien mehrerer Fortgezogenen und deren Lebenswege. Dieses Heft bietet ein gewisses Zeitfenster der Auswanderung in einem Jahrzehnt (1847-1856) aus unserer nördlichsten Region, sie möchte aber auch manchen Leser anregen, seinen eigenen Verwandten nachzuspüren, die in Übersee ihr Glück gesucht haben.