Ausgabe Nr.188 Schlachtschiff „Richelieu“

Frankreich entschloss sich erst sehr spät Großkampfschiffe zu bauen. Die eigene Seedoktrin, die “Jeune École, hielt das Land davon ab, dem britischen Vorgehen 1905 sofort zu folgen. Auch im Großkampfschiffbau ging man eigene Wege. Während Großbritannien versuchte die Kampfkraft ihrer Schiffe durch eine Kalibersteigerung zu verbessern, ließ beispielsweise Brasilien mit der “Rio de Janeiro ein Schiff mit sage und schreibe sieben Artillerietürmen bauen. So sollte eine möglichst große Anzahl von Geschützen minderen Kalibers eine Überlegenheit herbeiführen. In Italien und Österreich-Ungarn dachte man ähnlich, aber scheute die Aufstellung von derartig vielen Türmen. Statt dessen ging man dort das “Wagnis des Drillingsturmes ein. Das erste italienische Schlachtschiff trug
bereits vier Drillingstürme. Frankreich machte zunächst die Kalibersteigerung von 30,5 auf 34 cm mit, um dann doch den anderen Weg der Geschützvermehrung zu beschreiten. Mit der Konsequenz des Glaubens an die Richtigkeit der eigenen Überzeugung wurde ein Vierlingsturm konstruiert. Dieser Weg wurde auch zwischen den beiden Kriegen beschritten. “Richelieu wurde erst sehr spät in Bau gegeben. Das Schwesterschiff “Jean Bart folgte noch später und konnte nicht mehr am Krieg teilnehmen. So blieb “Richelieu das einzige “richtige Schlachtschiff der französischen Marine, denn die beiden unterbewaffneten Vorbauten “Dunkerque und “Strasbourg waren nicht als vollwertig anzusehen.








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