Das Ende des Ersten Weltkrieges markierte auch das (vorläufige) Ende der
deutschen Handelsschifffahrt. So gut wie der gesamte Bestand an größeren
Schiffen der Handels- und Fischereiflotte musste abgegeben werden sowie alle
damit zusammenhängenden Handels-, Dock- und Umschlagsgebäude und
-grundstücke auf nicht- oder nichtmehr-deutschen Gebieten.
Nach einem Zwischenspiel während dessen die langsam wieder erstarkenden
großen deutschen Reedereien Kooperationsabkommen mit ausländischen -
hauptsächlich US-amerikanischen schlossen, bzw. Charterverträge eingingen,
erholte man sich aber wieder mit großen Schritten und der Aufwärtstrend war
unaufhaltsam. Die "Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft", kurz HAPAG, war wesentlich an diesem Aufschwung beteiligt. Nachdem unter Dr. Wilhelm Cuno, dem Nachfolger des schon legendären Albert Ballin, der die HAPAG vor dem Krieg in ungeahnte Höhen gebracht und sich angesichts des verlorenen Krieges und des sich abzeichnenden Zusammenbruches 1918 das Leben genommen hatte, 1923 der Wiederaufbau der Gesellschaft nahezu abgeschlossen war, umfasste die Flotte der HAPAG 78 Seeschiffe mit 388.827 BRT. So wurden im selben Jahr zwei große Passagier-/Frachtschiffe, die “Albert Ballin und die
“Deutschland mit je 21.455 BRT in den Nordatlantik-Dienst integriert etwas später bis 1927 kamen noch die beiden baugleichen Folgebauten der
“Albert Ballin-Klasse, “Hamburg und “New York hinzu. Diese vier Schwesterschiffe arbeiteten dank Passagier- und Frachtkapazität auf der
Hamburg - New York-Strecke im Liniendienst extrem wirtschaftlich. Doch die Weltwirtschaftskrise warf ihre Schatten voraus und man war gezwungen sich subventionieren zu lassen mit dem Ergebnis, dass bald der Staat die Aktienmehrheit besaß. Und schon war man am Vorabend des Zweiten
Weltkrieges, den die “Albert Ballin, die jetzt “Hansa hieß, wenn auch mit
Blessuren überstand. Das Schiff hatte insgesamt eine sagenhafte Einsatzzeit
von fast 60 Jahren!