Eines der bekanntesten britischen Großkampfschiffe ist zweifellos die “Hood”
gewesen. Sie galt zwar mehrere Jahrzehnte lang als das größte und stärkste
Großkampfschiff der Welt, aber nur die erstgenannte Eigenschaft sprach man ihr zu Recht zu. Als der “Großdeutsche Rundfunk” am 24. Mai 1941 durch
Sondermeldung bekannt gab, dass das deutsche Schlachtschiff “Bismarck” die
“Hood” in den frühen Morgenstunden in der Dänemarkstraße versenkt hatte, war
dies für die Briten nicht nur eine militärische sondern auch eine moralische
Niederlage, denn HMS “Hood” war ein Symbol. Der Mythos, wie er in dem Lied
“Britannia rules the waves” beschrieben wurde, verkörperte HMS “Hood”, der
mit ihrer Versenkung dahinging. In Wahrheit hatte der Erste Weltkrieg
Großbritannien ruiniert und mit den USA und Japan der Royal Navy zwei neue
viel gefährlichere Rivalen als es das Deutsche Reich war geschaffen. Aber
der Flottenvertrag von Washington sicherte den Briten Parität mit den USA
und Überlegenheit gegenüber Japan zu. Die “Hood” war das sichtbare Symbol
der Überlegenheit, die es eigentlich nicht mehr gab.
Schon die Versenkung des ersten Schlachtschiffes der Royal Navy, der “Royal
Oak”, durch einen frechen U-Bootkommandanten wenige Wochen nach
Kriegsbeginn, kratzte am Selbstverständnis der Briten. Die Versenkung der
“Hood” hatte aber eine andere Qualität: sie war ihr Stolz. Schon wenige Tage danach fand der Frevler, die “Bismarck”, selbst das Ende und leistet seither der “Hood” auf dem Meeresgrund Gesellschaft.