Ausgabe Nr.169 Zerstörer SMS „B 110“

Die kaiserlich-deutsche Marine ging planungstechnisch und schiffsbaulich
andere Wege als die damals führende Seemacht Großbritannien.
Die deutsche Entscheidung, Linienschiffe und Schlachtkreuzer besser zu
panzern und zu schützen und dafür geringere Geschwindigkeiten und
Artilleriekampfkraft in Kauf zu nehmen erwies sich als richtig und bescherte
der deutschen Hochseeflotte am 31. Mai 1916 vor dem Skagerrak einen
grandiosen Sieg ­ allerdings nur taktischer Natur.

Andererseits war die deutsche Entscheidung, in der Schiffskategorie
Torpedoboot/ Zerstörer auf die Schwerpunktwaffe Torpedo zu setzen, falsch.
Die deutschen Boote waren artilleristisch unterbewaffnet und blieben daher
den gesamten Krieg über ihren britischen Konkurrenten unterlegen.

Eine Ausnahme bildeten vier bei Kriegsbeginn auf argentinische Rechnung im
Bau befindliche Zerstörer. Weiterhin konnten einige Zerstörer unter
Verwendung von vorhandenen Plänen und vorgefertigten Teilen (ursprünglich
für die russische Marine) fertiggestellte Zerstörer in Fahrt gebracht
werden. Erst 1917 geplante aber nicht mehr fertig gestellte Torpedoboote
hätten im internationalen Vergleich als Zerstörer bezeichnet werden können.



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