Ausgabe Nr.155/156 Grosser Kreuzer "Seydlitz"

Vor 100 Jahren lief die HMS "Dreadnought" vom Stapel und läutete damit ein neues Zeitalter des Kriegsschiffsbaus ein. Das Großkampfschiff entwertete mit einem Schlag alle bisherigen Schlachtschiffe, die auch Linienschiffe genannt wurden.
Fast gleichzeitig begann Großbritannien aber auch schnelle aber nur wenig gepanzerte Varianten des Dreadnoughts zu bauen. Diese Battlecruiser - zu deutsch Schlachtkreuzer - sollten überraschend zuschlagen können aber auch für die Aufklärung geeignet sein. Nur das kaiserliche Deutschland und Japan folgten diesem Schritt. Alle übrigen Seemächte glaubten, auf Schlachtkreuzer verzichten zu können. Erst unter dem Eindruck der Kriegsereignisse entschlossen sich auch andere Seemächte Schlachtkreuzer zu bauen. Hier bildete Russland eine Ausnahme, das bereits vor 1914 ebenfalls den Schlachtkreuzerbau aufnahm ohne einen einzigen später fertigzustellen.
SMS "Seydlitz" war der bekannteste deutsche Schlachtkreuzer. Warum das so war lässt sich nicht sagen, denn er war nicht der erste und auch nicht der stärkste deutsche Schlachtkreuzer gewesen.
Vor 90 Jahren am 31. Mai 1916 fand dann das große Kräftemessen zwischen der deutschen und britischen Flotte statt. Das Ergebnis war eindeutig. Drei verlorenen britischen stand ein deutsches Großkampfschiff gegenüber. Gleichwohl war der Sieg - soweit es Deutschland betraf - nur taktischer Natur, denn auch nach der Schlacht blieben die offenen Meere für deutsche Schiffe verschlossen.
Strategisch - das heißt langfristig - war Skagerrak aber für die Briten eine schlimme Niederlage, denn das Treffen läutete den Anfang vom Ende der weltumfassenden britischen Seeherrschaft ein. Nach 1918 mußten sie die Seeherrschaft mit den USA teilen, 1945 trat Britannien als Seemacht erster Ordnung ab.

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