Ausgabe Nr. 135 „Hilfskreuzer Hansa“

Vor 60 Jahren, in den letzten Weltkriegsmonaten, hat in einem in der Seekriegsgeschichte beispiellosen Einsatz unsere Kriegsmarine etwa 1,5 Millionen Flüchtlinge aus den Ostgebieten Deutschlands über die Ostsee gerettet. Die Erinnerung an diese Leistung soll auch in der schiffsbiographischen Reihe "Schiffe-Menschen-Schicksale" wachgehalten werden.
Der Hilfskreuzer "Hansa" war an dem Unternehmen "Rettung" beteiligt. Davor aber hätte man ihn, seiner Bezeichnung gemäß, als Kapofahrer auf den Weltmeeren vermuten müssen. In der Tat waren in seine Bewaffnung und Ausrüstung alle Erfahrungen des erfolgreichen Hilfskreuzerkrieges der Jahre 1939 - 42 eingebracht worden. Es waren große Hoffnungen auf seinen Einsatz gesetzt, denn die verdeckten Kaperer, später Hilfskreuzer genannt, waren schon seit langer Zeit eine erfolgreiche Waffe des zur See Schwächeren. Aber im Jahr 1943 war die Seeraumüberwachung vor den europäischen Atlantikküsten und in der Nordsee durch die Briten und Amerikaner so dicht, fast lückenlos, dass es nicht gelungen war, den Hilfskreuzer "Coronel" unbemerkt in die freieren Gewässer hinauszubringen. Die Seekriegsleitung sah sich gezwungen, den Hilfskreuzerkrieg einzustellen. So wurde die "Hansa" ein Kadettenausbildungsschiff, zwar noch "Hilfskreuzer" genannt, doch mußte sie schließlich in anderer Deutung dieses Begriffes, bei der Rettung von Menschen vor der Roten Armee Hilfe leisten.
Diese Ausgabe von SMS ist fast im ganzen Text von damaligen "Hansa"-Fahrern verfasst worden, was ihr als historische Quelle einen besonderenWert verleiht.

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