Ausgabe Nr. 133 Frachtschiff „Goya“

neben den beiden großen Katastrophen während der Aktion "Rettung über See", besonders in der Zeit von Januar 1945 bis zur Kapitulation am 8. Mai 1945, die die Schiffe "Wilhelm Gustloff" und "General Steuben" betrafen, steht mit der "Goya" ein weiteres Schiff, das Tausende in die Tiefe riß, aber in den Geschichtsbüchern und auch zu Gedenktagen nur selten erwähnt wird.
Die "Goya" wurde in Norwegen als schneller Frachter für eine einheimische Reederei gebaut. Noch vor der Vollendung fiel das Schiff während der Besetzung Norwegens in deutsche Hände. Die Kriegsmarine dachte anfangs an eine Verwendung als schneller Versorger für im Atlantik operierende Überwasserstreitkräfte. Aber schon 1941 war die Zeit solch spektakulärer Aktionen mit dem Untergang der "Bismarck" zu Ende. So kam die "Goya" als Zielschiff für die 24. U.-Flottille zum Einsatz, die in Memel stationiert war. Mehr als zwei Dutzend Offiziere erfuhren Monat für Monat auf dem Schiff eine Spezialausbildung. Als das Memelland im September 1944 geräumt werden mußte, brachte die "Goya" Fracht und Menschen nach Westen, versorgte mit anderen Schiffen den Kurland-Kessel bis zu seiner Räumung. Im Februar 1945 erhielt das Schiff, das bis dahin unbewaffnet fuhr, eine bescheidene Flugabwehr-Bewaffnung und eine kleine militärische Stammbesatzung.
Im April 1945 schlug dem Schiff die letzte Stunde. Wladimir Konovalow, Kommandant des russischen U-Boots "L3" lauerte mit seinem Boot am Rande des Tiefwasserweges und wartete auf Beute. Von seinem Vierer-Fächer trafen zwar nur zwei Torpedos. Aber sie reichten, um das Schiff in kurzer Zeit auseinanderbrechen und sinken zu lassen - Tausende Zivilisten und Soldaten mit in die Tiefe reißend. 2005 jährt sich auch diese Tragödie zum 60. Male.

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