Ausgabe Nr. 132 Passagierschiff „Normandie“

Wenngleich beim legendären Rennen um das "Blaue Band" der schnellsten Atlantiküberquerung keine wirkliche Verleihung dieses Bandes stattfand, die französische "Normandie" überquerte, nachdem Sie die Stellung des schnellsten Schiffes errungen hatte, mit einem 30 Meter langen blauen Band den Ozean. Kapitän Pugnet hatte das Band schon vor der ersten Rekordfahrt heimlich nähen lassen. Dabei hatte sich die französische Reederei Compagnie Générale Transatlantique (CGT), auch French Line genannt, bisher nicht am Blaue-Band-Rennen beteiligt. Aber die staatliche Beteiligung am Bau der "Normandie" machte das Schiff auch zu einem Prestige-Objekt.

Die "Normandie" übertraf die Schiffsdimensionen ihrer Zeit. Mit genau 313, 75 Metern war sie das bis dahin längste und mit 79.280 BRT das größte Schiff der Welt. Die immensen Baukosten von 812 Millionen Francs waren ohne staatliche Hilfe nicht aufzubringen. Was die "Normandie" ihren Passagieren bot, war überwältigend. Pracht und Eleganz wohin das Auge im Schiff schaute. Die Passagierdecks waren auf dem Achterdeck gestuft, also terrassenförmig gestaltet, damit die Fahrgäste aller Klassen einen freien Blick auf das Meer genießen konnten. Das Theater hatte 380 Plätze. Selbst eine Kapelle für die Andacht war vorhanden. Ein Luxushotel als Schiff gebaut!

Höhepunkte der "Normandie"-Atlantik-Passagen aber waren die Wettkämpfe um das "Blaue Band" mit der britischen "Queen Mary" mit wechselseitigen Siegen.
Am 9. Februar 1942 endete dieses schönste Schiff aller "Blaue-Band"-Renner in einem Großbrand, dessen Hintergründe hier genau beschrieben werden.

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