Ausgabe Nr. 128 Flugzeugträger „Graf Zeppelin“

Über dem Flugzeugträger "Graf Zeppelin" lag lange Zeit etwas Geheimnisvolles. Das nie fertig gewordene Schiff stand nicht im Mittelpunkt marinehistorischer Interessen und deshalb konnten sich so manche Legenden entwickeln. So schrieb Admiral Friedrich Ruge in seinem Standardwerk "Der Seekrieg 1939-1945" (K.F. Koehler Verlag, Stuttgart 1954): "Da Trägerflugzeuge trotz eines Führerbefehls nicht vor 1944 fertig sein konnten, war es zwecklos den "Graf Zeppelin" in Dienst zu stellen. Bei Kriegsende wurde er nahe Stettin in einem Oderarm gesprengt, später von den Russen wieder schwimmfähig gemacht und ist anscheinend im Schlepp in der Ostsee gekentert, weil im Seegang das Beutematerial, mit dem das hochliegende Hallendeck vollgepfropft war, in einer See überging."
Spätestens seit dem Standardwerk von Ulrich H.-J. Israel "Graf Zeppelin, einziger deutscher Flugzeugträger" (Koehlers Verlagsgesellschaft mbH, Herford 1994) wissen wir, daß das Schiff mit Wahrscheinlichkeit im Rahmen einer Übung vom sowjetischen Zerstörer "Grozyashtchiy" am 18. Juni 1947 versenkt wurde. Wahrscheinlich wäre heute aus russischen Archiven mehr zu erfahren, aber die deutsche Geschichtsforschung zeigt an solchen Themen kein Interesse.
Der Verfasser hat die Geschichte des Flugzeugträgers "Graf Zeppelin" eingebettet in die gesamte Historie der deutschen Trägerentwicklung. Auch sein Blick auf die Entwicklung von Flugzeugträgern anderer kleiner Seemächte dürfte für viele Leser Neues bringen.

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