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Über dem Flugzeugträger "Graf Zeppelin" lag
lange Zeit etwas Geheimnisvolles. Das nie fertig gewordene Schiff
stand nicht im Mittelpunkt marinehistorischer Interessen und deshalb
konnten sich so manche Legenden entwickeln. So schrieb Admiral Friedrich
Ruge in seinem Standardwerk "Der Seekrieg 1939-1945" (K.F.
Koehler Verlag, Stuttgart 1954): "Da Trägerflugzeuge trotz
eines Führerbefehls nicht vor 1944 fertig sein konnten, war
es zwecklos den "Graf Zeppelin" in Dienst zu stellen.
Bei Kriegsende wurde er nahe Stettin in einem Oderarm gesprengt,
später von den Russen wieder schwimmfähig gemacht und
ist anscheinend im Schlepp in der Ostsee gekentert, weil im Seegang
das Beutematerial, mit dem das hochliegende Hallendeck vollgepfropft
war, in einer See überging."
Spätestens seit dem Standardwerk von Ulrich H.-J. Israel "Graf
Zeppelin, einziger deutscher Flugzeugträger" (Koehlers
Verlagsgesellschaft mbH, Herford 1994) wissen wir, daß das
Schiff mit Wahrscheinlichkeit im Rahmen einer Übung vom sowjetischen
Zerstörer "Grozyashtchiy" am 18. Juni 1947 versenkt
wurde. Wahrscheinlich wäre heute aus russischen Archiven mehr
zu erfahren, aber die deutsche Geschichtsforschung zeigt an solchen
Themen kein Interesse.
Der Verfasser hat die Geschichte des Flugzeugträgers "Graf
Zeppelin" eingebettet in die gesamte Historie der deutschen
Trägerentwicklung. Auch sein Blick auf die Entwicklung von
Flugzeugträgern anderer kleiner Seemächte dürfte
für viele Leser Neues bringen.
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