Ausgabe Nr. 125 Hilfskreuzer „Atlantis“

Ähnlich wie im Ersten Weltkrieg haben deutsche Hilfskreuzer auch im Zweiten Weltkrieg in oft sehr langen Kaperfahrten Atlantik, Indischen Ozean und Pazifik für die gegnerische Schiffahrt verunsichert. Die Kriegsmarine setzte dafür neun Hilfskreuzer ein: "Orion", "Atlantis", "Widder", "Thor", "Pinguin", "Stier", "Komet", "Kormoran" und "Michel". Am meisten hervorgetreten sind dabei "Atlantis", "Pinguin", "Orion" und "Komet". Als erster Hilfskreuzer verließ im März 1940 "Atlantis" unter Kapitän zur See Rogge seinen Ausgangshafen, danach "Orion" unter Fregattenkapitän Weyher. Ihre ersten Erfolge hatten beide im Südatlantik. Im Frühsommer folgte "Widder" unter Korvettenkapitän von Ruckteschell; dann "Pinguin" (siehe SMS-Spezial Nr. 5, "Als Meteorologe auf dem Hilfskreuzer "PINGUIN") unter Kapitän zur See Krüder. Es folgte dann "Thor" unter Kapitän zur See Kähler. Bereits im Herbst 1940 hatten sie zusammen rund 300 000 ts gegnerischen Handelsschiffraums aufgebracht und zum größten Teil versenkt.
Im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg wurden keine Passagierschiffe eingesetzt, sondern Frachtschiffe, die weniger auffällig waren und bessere Tarnungsmöglichkeiten hatten. Ende 1942 waren die gegnerischen Abwehrmaßnahmen so stark geworden, daß der Durchbruch weiterer Schiffe in den freien Atlantik nicht mehr gewagt werden konnte. Über Jahre hinweg aber haben die Hilfskreuzer nicht nur zahlreiche feindliche Kriegsschiffe, die nach ihnen suchten, gebunden, sondern mit 950.000 Tonnen versenkten oder erbeuteten gegnerischen Schiffsraums die alliierte Handelsschiffahrt empfindlich geschädigt. Ein wenig beachtetes Kapitel der Seekriegsgeschichte des Zweiten Weltkrieges.

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