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Ähnlich wie im Ersten Weltkrieg haben deutsche Hilfskreuzer
auch im Zweiten Weltkrieg in oft sehr langen Kaperfahrten Atlantik,
Indischen Ozean und Pazifik für die gegnerische Schiffahrt
verunsichert. Die Kriegsmarine setzte dafür neun Hilfskreuzer
ein: "Orion", "Atlantis", "Widder",
"Thor", "Pinguin", "Stier", "Komet",
"Kormoran" und "Michel". Am meisten hervorgetreten
sind dabei "Atlantis", "Pinguin", "Orion"
und "Komet". Als erster Hilfskreuzer verließ im
März 1940 "Atlantis" unter Kapitän zur See Rogge
seinen Ausgangshafen, danach "Orion" unter Fregattenkapitän
Weyher. Ihre ersten Erfolge hatten beide im Südatlantik. Im
Frühsommer folgte "Widder" unter Korvettenkapitän
von Ruckteschell; dann "Pinguin" (siehe SMS-Spezial Nr.
5, "Als Meteorologe auf dem Hilfskreuzer "PINGUIN")
unter Kapitän zur See Krüder. Es folgte dann "Thor"
unter Kapitän zur See Kähler. Bereits im Herbst 1940 hatten
sie zusammen rund 300 000 ts gegnerischen Handelsschiffraums aufgebracht
und zum größten Teil versenkt.
Im Gegensatz zum Ersten Weltkrieg wurden keine Passagierschiffe
eingesetzt, sondern Frachtschiffe, die weniger auffällig waren
und bessere Tarnungsmöglichkeiten hatten. Ende 1942 waren die
gegnerischen Abwehrmaßnahmen so stark geworden, daß
der Durchbruch weiterer Schiffe in den freien Atlantik nicht mehr
gewagt werden konnte. Über Jahre hinweg aber haben die Hilfskreuzer
nicht nur zahlreiche feindliche Kriegsschiffe, die nach ihnen suchten,
gebunden, sondern mit 950.000 Tonnen versenkten oder erbeuteten
gegnerischen Schiffsraums die alliierte Handelsschiffahrt empfindlich
geschädigt. Ein wenig beachtetes Kapitel der Seekriegsgeschichte
des Zweiten Weltkrieges.
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